„Wenn es der Paul nicht weiß, dann weiß es keiner mehr.“ - Reinhold-Maier-Nadel an Paul Haug verliehen

Von
Melanie Kögler
Für sein kommunalpolitisches Engagement wurde der Remsecker Stadtrat Gustav Bohnert mit der Reinhold-Maier-Nadel ausgezeichnet.

Mit der Verleihung der Reinhold-Maier-Nadel hat die Reinhold-Maier-Stiftung am 11. Juli 2026 in Geisingen das langjährige kommunalpolitische und ehrenamtliche Engagement von Paul Haug gewürdigt. Zahlreiche Gäste aus Kommunalpolitik, Vereinen, Journalismus, Familie und liberalem Umfeld nahmen an der Feierstunde in der Stadthalle teil und unterstrichen damit die hohe Wertschätzung für den Geehrten.

In seiner Begrüßung hob Niko Reith, Mitglied des Verwaltungsrats der Reinhold-Maier-Stiftung, hervor, dass Paul Haug das öffentliche Leben in Geisingen und weit darüber hinaus über Jahrzehnte hinweg geprägt habe – als Kommunalpolitiker, als Ehrenamtlicher, als Journalist und als überzeugter Liberaler. Bereits der große Zuspruch zur Veranstaltung habe gezeigt, welchen Stellenwert Haug in seiner Heimatstadt und in der Region genieße.

Bürgermeister Martin Numberger würdigte Haug als prägende Persönlichkeit des Geisinger Gemeinderats. Seit 1989 gehört Paul Haug dem Gremium an, zugleich ist er seit vielen Jahren Fraktionssprecher der FDP/Freie-Wähler-Fraktion sowie stellvertretender Bürgermeister. Numberger beschrieb ihn als ausgesprochen kenntnisreichen, kritischen und zugleich konstruktiven Kommunalpolitiker, der sich nie mit oberflächlichen Antworten zufriedengebe. Im Gemeinderat gelte fraktionsübergreifend der Satz: „Wenn es der Paul nicht weiß, dann weiß es keiner mehr.“ Zugleich betonte der Bürgermeister, dass Haugs Haltung weit über Sachkenntnis hinausreiche. Wer Politik im demokratischen Sinn ernst nehme, müsse streiten, Position beziehen und am Ende Mehrheitsentscheidungen akzeptieren. Genau dafür stehe Paul Haug in besonderer Weise.

Auch Denise Kley, Leiterin der Lokalredaktion des Südkuriers, würdigte Haugs jahrzehntelanges Engagement als freier Mitarbeiter der Zeitung. Seit 1974 berichtet er über das Geschehen in Geisingen und der Region – eine journalistische Lebensleistung, die Kley auf rund 20.000 Berichte schätzte. Sie beschrieb Hagk als ebenso meinungsstark wie zuverlässig, als einen Menschen mit großem Herzen für seine Heimat und mit großer sprachlicher Prägnanz. Seine enge Verbundenheit mit der Region und sein unermüdlicher Einsatz für den Lokaljournalismus seien außergewöhnlich.

In seiner Laudatio ordnete Niko Reith die Auszeichnung in den Geist Reinhold Maiers ein. Die Reinhold-Maier-Nadel trage den Namen eines überzeugten Demokraten und Liberalen, der um die Bedeutung der kommunalen Selbstverwaltung wusste. Demokratie, so der Leitgedanke, wachse von unten nach oben – in Städten und Gemeinden, in Vereinen und im Ehrenamt. Genau diese Haltung verkörpere Paul Haug seit Jahrzehnten.

Reith zeichnete den politischen Weg des Geehrten nach: Nach zwei erfolglosen Kandidaturen zog Haug 1989 in den Gemeinderat der Stadt Geisingen ein. Schon kurz nach seiner Wahl übernahm er Verantwortung als Fraktionssprecher – ein Amt, das er bis heute mit großer Beständigkeit ausübt. Hinzu kommen seine Tätigkeit im Kreistag des Landkreises Tuttlingen seit 2004, der Vorsitz der FDP-Fraktion im Kreistag seit 2014 sowie langjährige Funktionen im Kreis- und Bezirksverband der FDP. Über viele Jahre hinweg habe Haug an wichtigen Weichenstellungen für die Entwicklung Geisingens mitgewirkt – vom Ausbau öffentlicher Infrastruktur über die Stadtentwicklung bis hin zur Modernisierung zentraler Einrichtungen.

Besonders hervorgehoben wurde an diesem Abend, dass Paul Haugs Wirken nie auf politische Mandate allein beschränkt war. Ob beim Deutschen Roten Kreuz, in der Anglervereinigung Geisingen oder bei zahlreichen weiteren Vereinen und Initiativen: Haug habe Verantwortung immer als praktischen Auftrag verstanden. Er gehöre zu jenen Menschen, die nicht fragten „Warum ich?“, sondern „Wenn nicht ich, wer dann?“ Damit stehe er beispielhaft für ein bürgerschaftliches Engagement, das Demokratie im Alltag trage und lebendig mache.

In seiner Dankesrede zeigte sich Paul Haug bewegt von der großen Resonanz der Veranstaltung. Er machte deutlich, dass sein jahrzehntelanges Engagement ohne den Rückhalt seiner Frau Monika, seiner Kinder und seiner gesamten Familie nicht möglich gewesen wäre. Mit Blick auf seine kommunalpolitische Arbeit betonte er, dass für ihn stets das Gemeinwohl im Mittelpunkt gestanden habe. Fraktionszwang, so Haug, habe in seiner Vorstellung von Kommunalpolitik keinen Platz: Gemeinderätinnen und Gemeinderäte seien nicht einer Fraktion, sondern dem Wohl der Gemeinde verpflichtet.

Mit der Reinhold-Maier-Nadel zeichnet die Reinhold-Maier-Stiftung Personen aus, die sich als Liberale insbesondere auf kommunaler Ebene engagiert haben und sich im Sinne Reinhold Maiers Verdienste um die “Graswurzeldemokratie” erworben haben.

Mit Paul Haug wurde in Geisingen ein Kommunalpolitiker geehrt, der über Jahrzehnte hinweg Verantwortung übernommen, demokratische Debatten geprägt und seine Heimat mit großem persönlichem Einsatz mitgestaltet hat.

Die Veranstaltung machte eindrucksvoll sichtbar, dass dieses Lebenswerk weit über politische Funktionen hinausreicht – und dass es in Stadt und Region auf große Anerkennung stößt.