Reinhold-Maier-Nadel für Ulli Schmelzle – Ein Leben für die „Graswurzeldemokratie“
Für sein kommunalpolitisches Engagement wurde Ulli Schmelzle in Baiersbronn mit der Reinhold-Maier-Nadel ausgezeichnet.
Es war ein Abend der Anerkennung, des Dankes und der persönlichen Worte. Mit der Verleihung der Reinhold-Maier-Nadel wurde ein Lebenswerk gewürdigt, das über Jahrzehnte hinweg unsere Gemeinde, Obertal und weit darüber hinaus geprägt hat.
Im Rosensaal in Baiersbronn wurde Ulli Schmelzle im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit der Reinhold-Maier-Nadel ausgezeichnet – einer Ehrung, die Persönlichkeiten würdigt, die sich in besonderer Weise um die liberale Idee und die kommunale Demokratie verdient gemacht haben.
Zahlreiche Wegbegleiter, politische Vertreter, Ehrenamtliche, Freunde und Familienmitglieder waren gekommen, um diesen besonderen Moment mitzuerleben. Im Laufe des Abends wurde deutlich, wie sehr das Wirken von Ulli Schmelzle mit seiner Heimat verbunden ist. Über Jahrzehnte hinweg habe er Verantwortung übernommen – für Obertal, für Baiersbronn und für den Landkreis Freudenstadt.
Bürgermeister Michael Ruf stellte in seinem Grußwort einen Gedanken in den Mittelpunkt, der sich wie ein roter Faden durch den Abend zog: Freiheit und Verantwortung gehören untrennbar zusammen. Demokratie lebe nicht allein von Parlamenten, sondern von Menschen, die sich verantwortlich fühlen, die mitdenken, mitgestalten und mittragen. Gerade auf kommunaler Ebene zeige sich, wie wichtig Eigeninitiative, Vernunft und Vertrauen in die Menschen seien. „Demokratie muss unten da sein, sonst fehlt sie oben ganz gewiss“, lautete eine zentrale Botschaft. Genau dieses Prinzip habe Ulli Schmelzle über Jahrzehnte hinweg gelebt.
Seit jungen Jahren den liberalen Werten verpflichtet, kandidierte er bereits mit 27 Jahren erstmals für den Gemeinderat. Insgesamt 40 Jahre gehörte er für die FDP diesem Gremium an und gestaltete in dieser Zeit zahlreiche Entwicklungen mit – von der Ortsplanung über Infrastrukturmaßnahmen bis hin zu sozialen Einrichtungen, wie dem Erhalt des Freibads oder der Einrichtung einer zweiten Kindergartengruppe. Auch im Kreistag brachte er seine Erfahrung und seine Überzeugungen ein. Werte wie Freiheit, Verantwortung, Eigenverantwortung und Toleranz waren für ihn dabei nie abstrakte Begriffe, sondern gelebte Haltung. Dabei sei er stets bodenständig geblieben, einer, der nicht lange redet, sondern anpackt. Auch aus den Reihen der SPD wurde ihm mit großer Wertschätzung gratuliert. In einer persönlichen Ansprache Gerhard Gaisers wurde sein jahrzehntelanges kommunalpolitisches Wirken als beispielhaft für Verantwortungsbewusstsein und gelebte Demokratie gewürdigt: „Ohne Persönlichkeiten wie ihn wäre eine Gemeinde ärmer“.
Neben seinem politischen Wirken engagierte sich Ulli Schmelzle in außergewöhnlichem Maß ehrenamtlich. Seit 1968 ist er Mitglied der Bergwacht. Im Schützenverein Obertal war er über Jahrzehnte hinweg Schriftführer und mehr als 40 Jahre Kassierer. Die Interessengemeinschaft Obertal gründete er mit und prägte sie maßgeblich. Ebenso war er Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Fördervereins Glashütte Buhlbach, der heute ein weithin beachtetes Zeugnis regionaler Industriegeschichte darstellt. Auch als Schöffe am Amtsgericht brachte er seine Erfahrung und sein Verantwortungsbewusstsein ein.
Besonders hervorgehoben wurde auch sein Einsatz für die Gartenschau. Frühzeitig unterstützte er das Projekt, machte Mut, knüpfte Kontakte und setzte sich für tragfähige Lösungen ein. Seine positive Art, seine Verlässlichkeit und sein Optimismus hätten wesentlich dazu beigetragen, dass das Projekt erfolgreich umgesetzt werden konnte. Hierfür bedankte sich Cornelia Möhrlen, Chefin der Gartenschau, die an diesem Abend ebenfalls anwesend war.
Eindrücke von der Veranstaltung (Bildergalerie)
In der Laudatio von Dr. Timm Kern, stellvertretender Vorsitzender der FDP/DVP-Landtagsfraktion, wurde deutlich, welche Bedeutung Ulli Schmelzle für die Liberalen im Kreis und darüber hinaus habe. Er stehe seit Jahrzehnten für eine Politik, die nicht auf Schlagzeilen aus sei, sondern auf Verlässlichkeit und Haltung. Für ihn seien Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und der Respekt vor dem Mitmenschen keine politischen Schlagworte, sondern gelebter Alltag. Gerade diese Glaubwürdigkeit habe ihn über viele Jahre hinweg zu einer festen Größe in der Partei gemacht. Kern betonte zudem, wie prägend Vorbilder im politischen Leben seien. Menschen, die Solche Persönlichkeiten gäben Orientierung und Motivation — nicht nur in guten Zeiten, sondern auch dann, wenn politische Arbeit Geduld und Durchhaltevermögen verlange.
Diesen Aussagen schloss sich Irene Schuster, Mitglied des Verwaltungsrats der Reinhold-Maier-Stiftung, an und hob erneut hervor, wie Schmelzle in besonderer Weise jene liberalen Grundüberzeugungen, die Freiheit stets mit Verantwortung verbinden, verkörpere.
Sichtlich bewegt und unter Standing Ovations nahm Ulli Schmelzle die Auszeichnung mit der Reinhold-Maier-Nadel entgegen. In seiner Dankesrede sprach er von einem Moment des Innehaltens nach vielen Jahren politischer und ehrenamtlicher Verantwortung. Er blickte zurück auf 40 Jahre im Gemeinderat, auf Projekte, Entscheidungen und gemeinsames Gestalten. Ebenso würdigte er die Vereine, in denen er aktiv war, und betonte, wie wichtig Zusammenhalt, Kameradschaft und Verlässlichkeit für eine lebendige Gemeinschaft seien. Besonders dankte er seiner Familie – vor allem seiner Ehefrau –, ohne deren Unterstützung sein Einsatz über Jahrzehnte hinweg nicht möglich gewesen wäre.
Der Abend machte deutlich, wie wichtig dieses Engagement für das Funktionieren unseres Gemeinwesens ist. Politik beginnt nicht in Berlin oder Stuttgart, sondern vor der eigenen Haustür – in Gemeinderäten, Vereinen und Initiativen.
Die Ehrung von Ulli Schmelzle ist daher nicht nur ein Dank für Vergangenes, sondern auch ein Zeichen der Ermutigung. Sie zeigt, wie viel bewegt werden kann, wenn jemand über Jahrzehnte hinweg bodenständig, verlässlich und werteorientiert handelt. Am Ende blieb das Gefühl, dass hier nicht nur eine Person ausgezeichnet wurde, sondern eine Haltung: Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft stärken und Demokratie von unten leben.