Eine Markenbotschafterin für den Gedanken der Freiheit - Dr. Julia Frank mit Reinhold-Maier-Nadel ausgezeichnet
Mit der Verleihung der Reinhold-Maier-Nadel hat die Reinhold-Maier-Stiftung im Juli 2026 in Schwäbisch Gmünd das langjährige kommunalpolitische und gesellschaftliche Engagement von Dr. Julia Frank gewürdigt. Mit der Preisträgerin wurde eine Persönlichkeit geehrt, die sich seit Jahrzehnten mit großem Einsatz für Liberalismus, kommunale Verantwortung, Bildung, Gleichstellung und bürgerschaftliches Engagement einsetzt.
Bereits in der Begrüßung wurde deutlich, warum Julia Frank diese Auszeichnung erhält. Julia Goll, stellvertretende Vorsitzende der Reinhold-Maier-Stiftung, hob hervor, dass mit der Reinhold-Maier-Nadel Persönlichkeiten gewürdigt werden, die den Gedanken von Freiheit und Selbstverantwortung im Sinne der Graswurzeldemokratie vor Ort mit Leben füllen. Gerade in den Kommunen entscheide sich, wie Menschen Politik und gesellschaftlichen Zusammenhalt konkret erleben. Frank habe sich in diesem Feld über viele Jahre hinweg in besonderer Weise verdient gemacht – im Gemeinderat, im Kreistag, in der Regionalversammlung, in Partei- und überparteilichen Gremien sowie in zahlreichen zivilgesellschaftlichen Zusammenhängen. Sie sei, so Goll, „eine Markenbotschafterin für den Gedanken der Freiheit, für den Gedanken der Selbstverantwortung“.
In mehreren Grußworten wurde das breite Spektrum ihres Engagements sichtbar. Prof. Dr. Hans-Jürgen Albers, ehemaliger Rektor der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, würdigte insbesondere ihren langjährigen Einsatz im Lions Club Ostalb. Dort habe sie nicht nur Verantwortung übernommen, sondern auch eigene Impulse gesetzt – etwa mit dem Jugendpreis für soziales Engagement. Dieses Wirken stehe beispielhaft für ein Verständnis von Bürgergesellschaft, das Hilfe, Eigeninitiative und Verantwortung zusammenbringe.
Chris-Robert Berendt, Bezirksvorsitzender der FDP Ostwürttemberg, beschrieb Julia Frank als eine Persönlichkeit, die Ämter nie um ihrer selbst willen gesucht habe. Vielmehr übernehme sie Verantwortung dort, wo sie notwendig sei. Seit ihrem Eintritt in die FDP im Jahr 1997 habe sie die liberale Arbeit auf nahezu allen Ebenen mitgestaltet – als Kreisvorsitzende, Kommunalpolitikerin, Landtagskandidatin und bis heute auch als Programmmanagerin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit sowie der Reinhold-Maier-Stiftung. Besonders eindrücklich brachte er ihre Haltung mit dem Satz auf den Punkt: „Es gibt Menschen, die reden viel über Parteiarbeit – und es gibt Julia, die einfach Parteiarbeit macht.“ Gerade diese Verlässlichkeit, Bodenständigkeit und Zugewandtheit hätten sie für viele jüngere Liberale zu einer wichtigen Wegbegleiterin gemacht.
Dass Julia Franks Wirken weit über die Parteipolitik hinausreicht, wurde auch in den Beiträgen von Claudia Felden, Bürgermeisterin von Leimen, und die Gründerin des Kreisfrauenrats Ostalb, Margot Wagner, deutlich. Im Zentrum stand dabei ihr langjähriger Einsatz für Frauen, Bildung und Gleichstellung. Als Helene-Weber-Preisträgerin habe Frank wichtige Impulse für die politische Teilhabe von Frauen gesetzt und die Vernetzung von Kommunalpolitikerinnen aktiv mitgestaltet. Im Kreisfrauenrat Ostalb habe sie über Jahre hinweg dazu beigetragen, Frauenanliegen sichtbar zu machen, Studien zu initiieren, Gleichstellungskonzepte weiterzuentwickeln und neue Formen der Zusammenarbeit auf den Weg zu bringen. Dabei sei es ihr immer darum gegangen, nicht nur Forderungen zu formulieren, sondern konkrete Veränderung vor Ort zu ermöglichen.
Eindrücke von der Veranstaltung (Bildergalerie)
Die Laudatio von Jochen Haußmann, dem ehemaligen Vorsitzenden der Reinhold-Maier-Stiftung, zeichnete schließlich ein umfassendes Bild von Julia Franks politischem und gesellschaftlichem Lebenswerk. Er machte deutlich, dass ihr Engagement stets auf der Überzeugung beruhte, dass Freiheit und Verantwortung untrennbar zusammengehören. Ob in der Kommunalpolitik, in der Bildungsarbeit, in der Stiftungsarbeit, in frauenpolitischen Netzwerken oder im Ehrenamt: Immer wieder habe sie Räume eröffnet, Menschen ermutigt und Debatten angestoßen. Besonders hervorgehoben wurde dabei auch ihr Einsatz dafür, andere zu fördern und politische Teilhabe praktisch erfahrbar zu machen. „Gerade dein kommunalpolitisches Engagement, liebe Julia, ist beispielgebend, wie sich jeder Einzelne in unserem Gemeinwesen einbringen kann. Die Zutaten erfolgreicher ehrenamtlicher Kommunalpolitik sind bei dir eine klare Haltung, eine großartige Präsenz, echte Bürgernähe und Verlässlichkeit. Und dich zeichnet es aus, dass du im besten Sinne deines liberalen Kompasses nicht nur parteipolitisch aktiv bist, sondern dich weit über die Parteigrenzen hinweg stark machst und Verbindendes auch gegen aller Widerstände initiierst“, so Haußmann.
In ihrer Dankesrede ordnete Dr. Julia Frank die Ehrung in einen größeren politischen Zusammenhang ein. Sie betonte, dass es bei ihrem Wirken nie nur um individuellen Einsatz gegangen sei, sondern immer auch um das Zusammenwirken vieler Weggefährtinnen und Weggefährten. Ihre Arbeit verstand sie als Beitrag dazu, „die liberale Idee zu verdeutlichen und weiter zu tragen“. Dabei verwies sie auf die Bedeutung von Perspektivwechsel, kritischem Denken und Beharrlichkeit im Alltag. Eine funktionierende liberale Demokratie, so Frank, lebe davon, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und sich nicht mit einfachen Gewissheiten zufriedenzugeben.
Zugleich machte ihre Rede deutlich, wie eng ihr politisches Engagement mit Fragen von Gleichberechtigung, Bildung und gesellschaftlicher Offenheit verbunden ist. Mit Verweis auf Artikel 3 des Grundgesetzes und auf die Mütter des Grundgesetzes erinnerte sie daran, dass formale Gleichberechtigung allein noch keine gelebte Gleichstellung garantiere. Wahre Entwicklung, so sagte sie, erfolge „meist in kleinen Schritten durch Beharrlichkeit im Alltag“. Gerade darin liegt eine Haltung, die das Wirken Julia Franks seit vielen Jahren prägt.
Mit der Reinhold-Maier-Nadel zeichnet die Reinhold-Maier-Stiftung Personen aus, die sich als Liberale insbesondere auf kommunaler Ebene engagiert haben und sich im Sinne Reinhold Maiers Verdienste um die “Graswurzeldemokratie” erworben haben.
Mit Dr. Julia Frank wurde eine Frau geehrt, die dieses Erbe auf vielfältige Weise verkörpert: durch kommunalpolitische Verantwortung, überparteiliches Engagement, Einsatz für Frauen und Bildung sowie durch eine liberale Haltung, die Freiheit immer mit Verantwortung zusammendenkt. Die Ehrung in Schwäbisch Gmünd machte eindrucksvoll sichtbar, wie breit dieses Wirken anerkannt wird – und wie lebendig Graswurzeldemokratie bis heute sein kann.