„Wir alle sind gut beraten zuzuhören, wenn Michael Schenk etwas sagt“ – Michael Schenk erhält Reinhold-Maier-Nadel
In Pfedelbach wurde Michael Schenk sein jahrzehntelanges kommunalpolitisches Engagement mit der Reinhold‑Maier‑Nadel ausgezeichnet.
In Pfedelbach wurde Michael Schenk sein jahrzehntelanges kommunalpolitisches Engagement mit der Reinhold‑Maier‑Nadel ausgezeichnet.
Die Laudatio hielt Michael Link, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion sowie stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.
Grußworte sprachen Torsten Kunkel, Bürgermeister der Gemeinde Pfedelbach, sowie Christian Wrubel, 1. Vorsitzender des Allgemeinen Bürgervereins Gleichen e.V. und der Bürgerinitiative „Gegenwind am Limes“ sowie Mitglied im Ortschaftsrat Heuberg/Buchhorn/Gleichen. Für die Reinhold-Maier-Stiftung begrüßte Ute Oettinger-Griese als Mitglied des Verwaltungsrates.
Mit der Reinhold-Maier-Nadel zeichnet die Reinhold-Maier-Stiftung Personen aus, die sich als Liberale insbesondere auf kommunaler Ebene engagiert haben und sich im Sinne Reinhold Maiers Verdienste um die “Graswurzeldemokratie” erworben haben.
Michael Schenk wurde 1955 in Heilbronn geboren und wuchs in Weinsberg auf. Er absolvierte eine Ausbildung zum Technischen Zeichner, bildete sich zum Konstruktionstechniker VDI weiter und ging nach 47 Jahren Betriebszugehörigkeit 2019 als Leiter der Konstruktion- und Entwicklung in den Ruhestand. Anstelle des Wehrdienstes verpflichtete sich Schenk zu 10 Jahren Katastrophenschutz beim Deutschen Roten Kreuz. Nach 36 Jahren Einsatz musste er gesundheitsbedingt die Mitarbeit ruhen lassen. Er war Mitglied bei den Deutschen Jungdemokraten DJD und ist 1987 in die FDP eingetreten. 1989 kandidierte er für die Europawahl, 1992 und 1996 für den Landtag von Baden-Württemberg. Seit 1989 gehört Schenk dem Kreisvorstand der FDP Hohenlohe an und ist seit 2015 Kreisvorsitzender. Seit 2002 ist er stv. Vorsitzender des Bezirks Franken. Ab 1989 war er 20 Jahre lang Ortsvorsteher der Ortschaft Heuberg/Buchhorn/Gleichen in Pfedelbach. In dieser Zeit wurde u.a. das Dorfgemeinschaftshaus Gleichen renoviert und angebaut sowie das Bürgerhaus Heuberg-Buchhorn mit Kindergarten und Feuerwehr errichtet. Er übernahm 2004 den Fraktionsvorsitz der Freien Wählervereinigung Pfedelbach im Gemeinderat und wurde 2019 in den Kreistag und die Verbandsversammlung der Region Heilbronn-Franken gewählt. Er engagiert sich in zahlreichen Vereinen wie dem Allgemeinen Bürgerverein Gleichen e.V., dem er 12 Jahre lang vorstand. Seit 2002 ist er glücklich mit der Architektin Ute Wieland-Schenk verheiratet.
In ihrer Begrüßung hob Ute Oettinger-Griese hervor, dass sie Michael Schenks „praxisorientiere Art“ und sein „kommunalpolitisches Wissen“ bei der gemeinsamen Arbeit auf Bezirks‑ und Landesebene stets sehr beeindruckt habe. Sie betonte, wie wertvoll Menschen wie Schenk gerade in einer Zeit seien, in der sich immer weniger Bürgerinnen und Bürger für politisches Ehrenamt gewinnen lassen.
Torsten Kunkel machte die lange kommunalpolitische Tätigkeit des Geehrten deutlich: „„Es sind genau 12.600 Tage, seit Michael Schenk zum ersten Mal in einem kommunalen Gremium saß“, begann er. „Wir alle sind gut beraten zuzuhören, wenn Michael Schenk etwas sagt“, so der Bürgermeister weiter. Die Gespräche seien immer konstruktiv, auf Augenhöhe, sachlich – und geprägt von einer beeindruckenden Expertise. Im Gemeinderat und im Kreisrat sei Schenk ein unverzichtbarer Motor.
Mit viel Humor verglich Kunkel kommunalpolitisches Engagement mit der Pflege eines „sportlichen Rasens“. Der Bürgermeister zeichnete das Bild: Mähen, Vertikutieren, Aerifizieren – all das tue Schenk metaphorisch auch in der Politik, durch klare Argumente, präzise Vorschläge und konstruktive Beiträge. Keine Schärfe, kein Überfahren anderer – immer sachlich, immer offen für bessere Argumente. „Sie sind ein Demokrat von Scheitel bis Sohle.“
Christian Wrubel vom Bürgerverein Gleichen würdigte ebenfalls die Rolle Schenks im Ehrenamt. Vereine und Politik seien enger miteinander verbunden, als man denke: beide beruhen auf Engagement, Verantwortung und Basisarbeit. Er stellte heraus, wie wichtig Menschen wie Schenk für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind.
Eindrücke von der Veranstaltung (Bildergalerie)
Michael Link betonte in seiner Laudatio, dass Demokratie kein „closed shop“ sei, sondern ein Mitmach‑Projekt. Und Schenk verkörpere dies in herausragender Weise: Schenks politisches Engagement - seit 37 Jahren in der FDP, seit 35 Jahren im Kreisvorstand, dazu Bezirksvorsitz, Kreistag, Gemeinderat, Ortsvorsteher – zeige immer das gleiche Credo: Verantwortung statt Zusehen.
Link erinnerte an eine Episode aus Schenks Jugend: „Als das Geschenkfahrrad nicht abgeholt wurde, hat Michel es einfach selbst aus Stuttgart geholt. Zu Fuß, mit Zug – Problem gelöst.“ Diese Haltung ziehe sich durch sein Leben: anpacken statt warten.
Link betonte: „In Zeiten, in denen die Demokratie von innen und außen bedroht wird, brauchen wir Menschen wie dich – standhaft, klar und engagiert.“
In der Kommunalpolitik habe er die Geschicke Pfedelbachs wesentlich mitgeprägt – von der Ortschaft Heuberg‑Buchern‑Gleichen bis zum Kreistag. Und gleichzeitig habe er sich stets sozial engagiert: im Katastrophenschutz, im Bürgerverein, in der DRK‑Arbeit, in historischen Projekten am Limes.
Link hob hervor: „Hohenlohe ist für mich ein eigenes Kraftzentrum liberalen Denkens geworden – und das hat viel mit dir zu tun.“ Gerade in Zeiten, in denen die Demokratie von innen und außen angegriffen werde, brauche es Menschen wie Michael Schenk.
In seiner Dankesrede dankte Michael Schenk seinen vielen Weggefährten. Er erinnerte an seine Anfänge, an seine lange kommunalpolitische und ehrenamtliche Tätigkeit und an die Bedeutung von Freiheit mit Bezug auf Reinhold Maier: „Wir wollen die Freiheit ganz, wir wollen sie überall – wirtschaftlich, kulturell, innerlich und nach außen. Es gibt keine halben Freiheiten. Freiheit ist unteilbar.“
Er sprach über den Wert der Vereine, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, soziale Arbeit in Schulen und Kitas, Jugendarbeit und Integration, über die Notwendigkeit gegenseitigen Respekts in politischen Gremien - und über die Sorge, dass das politische Ehrenamt schrumpft. Sein Appell: „Es darf in kommunalen Entscheidungen keine Sieger und Besiegten geben. Wir müssen die Zukunft gemeinsam gestalten.“
Sein Schlusswort war ein Zitat Albert Schweitzers, das sein eigenes Lebensmotto aus seiner Sicht fast ideal beschreibe: „Ich bin ein freier Mensch. Ich will aus dem Rahmen fallen. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheit… Ich will die Freiheit.“