Offen im Denken, pragmatisch im Handeln, klar in der Sache und respektvoll im Umgang
Den beiden langjährigen Stadträten Jürgen und Roland Erndle wurde am 15. Januar 2026 im Schützen in Donaueschingen die Reinhold-Maier-Nadel verliehen.
Die Laudatio hielt Niko Reith MdL, Mitglied des Verwaltungsrates der Reinhold-Maier-Stiftung. Grußworte sprachen Erik Pauly, Oberbürgermeister der Stadt Donaueschingen, Sven Hinterseh, Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises, und Michael Steiger, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Mit der Reinhold-Maier-Nadel zeichnet die Reinhold-Maier-Stiftung Personen aus, die sich als Liberale insbesondere auf kommunaler Ebene engagiert haben und sich im Sinne Reinhold Maiers Verdienste um die “Graswurzeldemokratie” erworben haben.
Roland Erndle, geboren 1967 in Geisingen, ist Kfz-Mechanikermeister und Geschäftsführer eines mittelständischen Kfz-Betriebs. Kommunalpolitisch ist er seit 2009 aktiv. Bereits bei seiner ersten Kandidatur wurde er direkt in den Gemeinderat gewählt und erhielt zusätzlich ein Mandat im Kreistag. Neben seinem politischen Engagement setzt er sich seit vielen Jahren intensiv für den Sport ein. Als Jugendkoordinator im Fußball – aktuell beim SSC Donaueschingen – sowie durch seine Vorstands- und Trainertätigkeiten beim SV Aasen leistet er einen wichtigen Beitrag zur Jugendarbeit und Vereinsentwicklung. Darüber hinaus war er fünf Jahre lang als Jugendschöffe am Amtsgericht Villingen tätig.
Jürgen Erndle, geboren 1968 ebenfalls in Geisingen, absolvierte eine Ausbildung zum Kfz-Elektriker und schloss diese mit dem Meisterbrief ab. Er ist Geschäftsführer des familieneigenen Autohauses Erndle und dort für den kaufmännischen Bereich verantwortlich. Sein kommunalpolitisches Engagement begann 1999 mit seiner ersten Kandidatur zur Gemeinderatswahl. 2004 wurde er in den Gemeinderat gewählt und gehört diesem seither ununterbrochen an. Auch außerhalb der Politik engagiert sich Jürgen Erndle seit vielen Jahren ehrenamtlich: Zwölf Jahre war er als Jugendtrainer beim SSC Donaueschingen tätig, zudem über lange Zeit 2. Vorstand der Landjugend Aasen.
Erik Pauly, Oberbürgermeister der Stadt Donaueschingen, ging in seinem Grußwort darauf ein, dass die Kommunalpolitik das Leben der Bürgerinnen und Bürger betreffe und es ein wesentliches Zeichen sei, wenn man sich dort engagiere, da es ein enormer Zeitaufwand sei. Es sei ein wichtiges Signal, wenn man so lange dabei bleibe wie die beiden Preisträger. Beide seien immer standhaft, auch wenn es schwierig ist. „Die Stadt kann stolz sein, zwei Kerle wie Euch zu haben“ – wenn jemand die Ehrung verdient habe, dann Jürgen und Roland Erndle, schloss der Oberbürgermeister.
Sven Hinterseh, Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises, ging ebenfalls auf das herausragende Engagement der beiden Brüder ein. Er würde sich wünschen, „dass es noch mehr Erndles gibt“, so Hinterseh.
Michael Steiger, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, verwies in seinem Grußwort darauf, dass Reinhold Maier für Liberalität im besten Sinne stehe, „für Freiheit, die Verantwortung einschließt, für Demokratie, die vor Ort beginnt, und für Engagement, das nicht auf Applaus zielt, sondern auf Wirkung“. Genau diese Haltung finde man auch im Wirken von Jürgen und Roland Erndle. Sie stünden „exemplarisch für das, was unsere Region stark macht: den Mittelstand. Unternehmerisch erfolgreich, fest verwurzelt vor Ort, und mit einem klaren Bewusstsein dafür, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung untrennbar zusammengehören.“
Eindrücke von der Veranstaltung (Bildergalerie)
In seiner Laudatio betonte Niko Reith MdL, dass die beiden Preisträger wie „kaum andere für kommunalpolitisches Engagement, für Bodenständigkeit, für Verlässlichkeit und für gelebten Liberalismus stehen“. „Kommunalpolitik ist kein Politikfeld für Schlagzeilen“, so Reith weiter – wer sich hier engagiere, tue dies nicht aus Karrieregründen, sondern weil er Verantwortung übernehmen wolle. Dies zeichne auch die Erndle-Brüder aus, die sich „offen im Denken, pragmatisch im Handeln, klar in der Sache und respektvoll im Umgang“ für Donaueschingen einsetzen und eine Politik leben, „die den Menschen dient und nicht sich selbst“. Er wolle die Auszeichnung nicht nur als „Würdigung zweiter herausragender Persönlichkeiten“ verstanden haben, sondern zugleich als „Zeichen der Ermutigung an alle, die sich auf kommunaler Ebene engagieren oder darüber nachdenken, es zu tun, schloss Reith.
Die Preisträger zeigten sich sehr erfreut über die Auszeichnung.
Roland Erndle betonte den Wert der Verantwortung und der Eigenverantwortung statt sich nur auf den Staat zu verlassen. Er erinnerte sich in seinen Dankesworten, dass schon im Elternhaus Politik ein Thema und die Tageszeitung immer präsent gewesen sei, was sicher einen Grundstein für das spätere Engagement zunächst in Vereinen und später in der Kommunalpolitik gelegt habe.
Jürgen Erndle zeigte sich dankbar für sein Umfeld und seine Familie, da die vielen Stunden und Wochenenden, die für das Ehrenamt eingesetzt werden, nur so möglich seien. Er betonte, wie wichtig es sowohl seinem Bruder als auch ihm sei, auch bei anderer Meinung zu diskutieren und Lösungen zu finden – für die Stadt und deren Bürgerinnen und Bürger.