Kommunalpolitik mit einem Blick über den Tellerrand hinaus – Patrick T. Evers mit Reinhold-Maier-Nadel ausgezeichnet
In Freiburg wurde Patrick T. Evers für sein jahrzehntelanges kommunalpolitisches Engagement mit der Reinhold‑Maier‑Nadel ausgezeichnet.
In Freiburg wurde Patrick T. Evers für sein jahrzehntelanges kommunalpolitisches Engagement mit der Reinhold‑Maier‑Nadel ausgezeichnet.
Die Laudatio hielt Michael Theurer MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Vorsitzender der Freien Demokraten Baden- Württemberg sowie Mitglied des Verwaltungsrates der Reinhold-Maier-Stiftung. Grußworte sprachen Sascha Fiek, Vorsitzender der Fraktion Freie Demokraten/Bürger für Freiburg im Freiburger Gemeinderat, Maria Viethen, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Freiburger Gemeinderat, und Brigitte Bornschein, eine Weggefährtin von Patrick T. Evers.
Mit der Reinhold-Maier-Nadel zeichnet die Reinhold-Maier-Stiftung Personen aus, die sich als Liberale insbesondere auf kommunaler Ebene engagiert haben und sich im Sinne Reinhold Maiers Verdienste um die “Graswurzeldemokratie” erworben haben.
Patrick T. Evers wurde 1953 in Braunschweig geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bad Godesberg und Freiburg, wo er ein humanistisches Gymnasium besuchte. Anschließend studierte er Jura und VWL in Heidelberg und Freiburg. In Heidelberg war er für eine sozialliberale Hochschulgruppe im AStA aktiv. Er war Mitglied der Deutschen Jungdemokraten und Gründungs-vorsitzender der Jungen Liberalen. 1976 trat er der FDP bei. Ab 1980 war er Parteitagsdelegierter, Mitglied im Kreisvorstand, später auch im Bezirksvorstand Südbaden. Von 1989 bis 2005 war er im Landesvorstand der FDP Baden-Württemberg und insgesamt mehr als 16 Jahre Kreisvorsitzender der FDP Freiburg. 1989 wurde er erstmals in den Gemeinderat der Stadt Freiburg gewählt und war dort bis 2018 Fraktionsvorsitzender. In dieser Zeit war er u.a im Aufsichtsrat der VAG, der FWTM und der FSB. Zudem war er von 1994 bis 2009 Fraktionsvorsitzender der FDP im Regionalverband Südlicher Oberrhein. Ehrenamtlich engagierte er sich u.a. als Aufsichtsratsvorsitzender einer Wohnungsbaugenossenschaft sowie nahezu 30 Jahre im Vorstand der Freiburger Turnerschaft von 1844 e.V. Derzeit ist er Vorsitzender des Bauausschusses im Ev. Kirchenbezirk Freiburg. Patrick T. Evers ist seit 1975 glücklich mit der Grundschullehrerin Angelika Evers verheiratet. Die Eheleute haben drei volljährige Kinder und fünf Enkelinnen.
Sascha Fiek würdigte Evers in seinem Grußwort als jemanden, der nicht nur führt, sondern mitarbeitet – „stets dabei“, auch in Wahlkämpfen bis spät in die Nacht. Evers sei auf vielerlei Weise prägend gewesen: so auch als jemand, der junge Leute nicht nur begrüßt, sondern ihnen Raum gibt, Verantwortung zu übernehmen. „Du hast andere neben dir sich entwickeln lassen“, hieß es – eine Eigenschaft, die in der Politik nicht selbstverständlich sei.
Maria Viethen hob Evers‘ teils scharf geführte Auseinandersetzungen hervor und betonte zugleich dessen Präzision in der Sache, wie z.B. seine akribische Beschäftigung mit Abfall- und Gebührenberechnungen und Berichten des Rechnungsprüfungsamtes. Dabei sei es ihm nicht um Formalien gegangen, sondern um Fairness: ob Gebühren „gerecht“ seien und Bürgerinnen und Bürger korrekt belastet würden.
Brigitte Bornschein beschrieb Patrick Evers als langjährigen, verlässlichen Begleiter, der stets für andere da sei und gerne unterstütze.
Eindrücke von der Veranstaltung (Bildergalerie)
Michael Theurer betonte in seiner Laudatio die Bedeutung kommunaler Graswurzeldemokratie und hob Evers’ klaren demokratischen Kompass hervor. Er betonte: „Kommunalpolitik war deine Leidenschaft, aber es war immer auch mit einer breiteren Perspektive, mit einem weiteren Horizont über den Tellerrand hinaus.“ Er erinnerte an eine Rede von Evers, bei der er dafür geworben habe, dass es in unserer Gesellschaft keinen Platz geben dürfe für Rassismus, für Fremdenhass, für Antisemitismus. „Ich glaube, dieser Appell, der ist wichtiger denn je, denn wir leben in einer Zeit der Unruhe, in einer Zeit auch der Verwirrung.“, so Theurer.
Er beendete seine Laudatio mit einem Zitat von Theodor Heuss an: „Wir wollen bei uns die Menschen sammeln, die nicht etwas werden wollen, sondern die etwas sein wollen, nämlich sie selbst, Menschen eigenen Wuchses und eigener Verantwortung.“ Dies verkörpere Evers mit seinem Engagement in besonderer Weise.
In seinen Dankesworten betonte Patrick T. Evers, dass ihm die Zusammenarbeit im Gemeinderat und der Versuch, dabei „Einfluss zu nehmen auf die Geschicke dieser Stadt“ stets viel Spaß gemacht habe. „Ich habe versucht gegenüber allen anderen Fraktionen und Gemeinderatsmitgliedern stets in den Vordergrund zu stellen, dass wir gemeinsam für die Demokraten auf kommunaler Ebene eintreten. Und deswegen habe und hatte ich Respekt immer vor und gegenüber allen Kolleginnen und Kollegen“, erläuterte Evers seinen demokratischen Kompass. Kommunalpolitik sei für ihn eine Arbeit, die Kompromissfähigkeit braucht – auch mit der Anerkennung, dass gute Ideen nicht nur in der eigenen Partei entstehen.
Am Ende waren sich alle einig: Mit der Auszeichnung werde ein Lebenswerk geehrt, das kommunale Sacharbeit, Haltung und die Bereitschaft zum Kompromiss zusammenbringt – „unten“ bei den Menschen und zugleich mit weitem Blick.