„Ein Graswurzeldemokrat par excellence“ - Verleihung der Reinhold-Maier-Nadel an Dr. Georg Geiger
Am 22. Oktober 2025 versammelten sich auf der malerischen Insel Mainau zahlreiche Gäste aus Politik, Sport und der Regionalverwaltung zur feierlichen Ehrung des langjährigen ehemaligen Kreisrats Dr. Georg Geiger mit der Reinhold-Maier-Nadel. Mit der Reinhold-Maier-Nadel zeichnet die Reinhold-Maier-Stiftung Personen aus, die sich als Liberale insbesondere auf kommunaler Ebene engagiert haben und sich im Sinne Reinhold Maiers Verdienste um die „Graswurzeldemokratie“ erworben haben.
Die Veranstaltung betonte die liberalen Werte als aktive Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und lokalen Zusammenhalt.
Den Abend eröffnete Birgit Homburger, Mitglied des Verwaltungsrates der Reinhold-Maier-Stiftung und FDP-Kreisvorsitzende Konstanz. Sie beleuchtete die bleibende Relevanz des Stiftungsnamensgebers Reinhold Maier und betonte: „Wehrhafte Demokratie beginnt und lebt vor Ort.“ Sie äußerte ihren tiefen Respekt und Dank an alle politisch Engagierten und unterstrich: „Demokratie muss unten sein. Ist sie dort nicht vorhanden, dann ist sie ganz bestimmt nicht oben.“
Ein Grußwort sprach Landrat Zeno Danner. Er würdigte Dr. Georg Geiger als „höchst effizienten Kommunalpolitiker“, dem es gelungen sei, die Geschicke des Landkreises maßgeblich mitzugestalten. Geiger sei bereits mit dem Ehrenring des Landkreises Konstanz ausgezeichnet worden – eine Ehrung, die nicht auf Zeit verliehen werde. Der Landrat nannte ihn den „ÖPNV-Papst“ des Landkreises und hob sein überdurchschnittlich kompetentes Wirken in zahlreichen Gremien als Kreistagsmitglied hervor. Geiger sei ein „Graswurzeldemokrat par excellence“, der stets ein offenes Ohr für alle habe.
Dr. Ann-Veruschka Jurisch, ehemalige Bundestagsabgeordnete sowie Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion und in dieser Funktion Amtsnachfolgerin Geigers, betonte in ihrem Grußwort Geigers Pflege internationaler Kontakte – insbesondere in die Schweiz, die für die Kommunalpolitik am Bodensee unerlässlich seien. Sie dankte für seinen langjährigen Einsatz für Bildung, vor allem die berufliche Bildung, sowie sein leidenschaftliches Engagement für den gesamten Landkreis Konstanz.
Wolf-Dieter Karle vom Badischen Sportbund Freiburg hob Geigers außergewöhnlichen Einsatz für den Breitensport und das Ehrenamt im Vereinswesen hervor. Seinem Wirken sei es zu verdanken, dass zahlreiche Sportfeste und Wettkämpfe – etwa im Konstanzer Bodenseestadion – überhaupt stattfinden konnten. Besonders erwähnte er das erste Landesturnfest mit 16.000 Teilnehmenden. Durch Geiger sei der Leistungssport am Bodensee in der Stadt Konstanz „überhaupt erst groß geworden“.
Die Laudatio hielt Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung der Landeshauptstadt Stuttgart sowie Vorsitzende der Reinhold-Maier-Stiftung und ehemalige Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion Konstanz (damit Vorgängerin Geigers in diesem Amt). Sie erinnerte an Geigers Bewerbung 1980 als Leiter des neu geschaffenen Amts für Sport und Bäder der Stadt Konstanz – im vergleichsweise jungen Alter von 31 Jahren und ohne Verwaltungserfahrung. Dass der Gemeinderat ihn dennoch mit überwältigender Mehrheit wählte, unterstreiche seine „Strahlkraft bereits in ganz jungen Jahren“.
Fezer charakterisierte Geiger als eines jener Mitglieder, „die ihre Unterlagen auch tatsächlich lesen“ und wenn sie sich meldeten, „auch tatsächlich etwas zu sagen haben“. Diese Eigenschaft sei über Parteigrenzen hinweg geschätzt worden – dem Gremium sei stets klar gewesen, dass man Georg Geiger besser zuhören solle.
In seinen dankenden Worten blickte Dr. Georg Geiger mit Stolz auf sein langjähriges Engagement in Partei und sportlichem Ehrenamt zurück. Besonders erwähnte er, wie er gemeinsam mit dem Vorstand die HSG Konstanz über mehr als 25 Jahre zu dem gemacht habe, was sie heute ist.
Er erinnerte an frühe umweltpolitische Meilensteine: Bereits 1971 erarbeitete er eine Wasserhärtekarte für Deutschland, die in ein Gewässerschutz-Sofortprogramm mündete – unter anderem zur Reduktion von Phosphaten in Waschmitteln zugunsten der Wasserreinheit im Bodensee. Stolz sei er darauf, dass er damals in den „langen Eugen“ der Bonner Republik eingeladen wurde, um seine Erkenntnisse mit Bundestagsabgeordneten zu diskutieren – unter den kritischen Blicken der versammelten Waschmittelindustrie. Besonders hob er hervor, dass es die FDP war, die den Schutz der Umwelt auf die bundespolitische Tagesordnung brachte.
Innerhalb der Stadt Konstanz nannte er die Etablierung der farblich getrennten Altglas-Recycling-Sammlung sowie das Verschenken von 5.000 Bäumen im Rahmen städtischer Entwicklung. In einem flammenden Appell forderte er die kommunalpolitischen Vertreter auf, sich für eine Stärkung der Bahnverbindungen rund um Konstanz einzusetzen.
Abschließend unterstrich Geiger die Bedeutung der Graswurzeln: „Die Idee ist lebendig, aber Bewegungen wie Fridays For Future zeigen, was passiert, wenn Wurzeln vertrocknen.“
Die Veranstaltung endete mit herzlichem Applaus, Gratulationen und einem informellen Austausch. Die Feier auf der Insel Mainau war ein würdiger und inspirierender Rahmen, um das Lebenswerk eines engagierten Graswurzeldemokraten zu ehren.