„Ein Blumberger Graswurzeldemokrat und Vereinsmensch“ – Verleihung der Reinhold-Maier-Nadel an Werner Waimer
Für sein kommunalpolitisches Engagement wurde Werner Waimer mit der Reinhold-Maier-Nadel ausgezeichnet.
Am Mittwoch, den 17. April 2024, wurde dem ehemaligen Blumberger Gemeinderat Werner Waimer im Städtle-Saal in Blumberg die Reinhold-Maier-Nadel verliehen. Die Laudatio hielt Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär a.D., Grußworte sprachen Markus Keller, Bürgermeister der Stadt Blumberg, Niko Reith, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, und Ursula Pfeiffer, Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat der Stadt Blumberg. Die Begrüßung übernahm Birgit Homburger, Mitglied des Verwaltungsrates der Reinhold-Maier-Stiftung.
Mit der Reinhold-Maier-Nadel zeichnet die Reinhold-Maier-Stiftung Personen aus, die sich als Liberale insbesondere auf kommunaler Ebene engagiert haben und sich im Sinne Reinhold Maiers Verdienste um die „Graswurzeldemokratie“ erworben haben.
Werner Waimer wurde 1951 in Blumberg-Zollhaus geboren und trat nach Abschluss der Volksschule eine Lehre als Maschinenbauschlosser an und schloss diese mit dem Gesellenbrief ab. Im Jahr 1970 übersiedelte er beruflich in die Schweiz und war dank ständiger beruflicher Weiterbildung in verschiedenen Bereichen tätig. In den 1990er Jahren wechselte er in die Kraftwerksbranche mit dem Schwerpunkt Nuklearservice. Überwiegend als Supervisor war Werner Waimer weltweit im Bereich Sicherheitseinrichtungen bei Nachrüstungen wie bei Neuinstallationen tätig. Rund 25 Jahre vertrat er als Mitglied des Stiftungsrates einer Pensionskasse die Interessen der Arbeitnehmer. Nach fast 50 Berufsjahren ist Werner Waimer 2014 in den Ruhestand getreten.
Seit 1968 hat sich Werner Waimer auf verschiedene Weise auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene im liberalen Sinne auch politisch engagiert. 1968 trat er dem Kreisverband der Jungen Demokraten bei, viele Jahre war er Mitglied des Kreisvorstands der FDP sowie Delegierter der Freien Demokraten zu Bezirks- und Landesparteitagen. 1976 trat er als Kandidat bei den Landtagswahlen an. Er war aktiv im Ortsverband tätig, davon mehrere Jahre als Vorsitzender.
Nach einem kurzen Gastspiel Ende der 1990er Jahre wurde er 2009 wieder in den Gemeinderat gewählt, dem er bis zu seinem Ausscheiden Anfang 2023, zuletzt als Fraktionssprecher, angehörte.
In seiner Laudatio hob Ernst Burgbacher hervor, welche große Rolle der Südwest-Liberalismus in der Nachkriegszeit, vertreten durch Persönlichkeiten wie Theodor Heuss, Reinhold Maier oder Wolfgang Haussmann, für die Entwicklung der deutschen Demokratie hatte. Werner Waimer, dessen Vater sich aktiv für den Südwest-Liberalismus engagiert hatte, habe ein interessantes Berufsleben hinter sich, das von der Gesellenprüfung zur Arbeit in der Schweiz und im weltweiten Ausland geführt habe. Ernst Burgbacher lobte zudem das mehr als 50-jährige Engagement Werner Waimers für die liberale Sache, die bereits mit dem Eintritt in die Jungdemokraten im Jahr 1968 begonnen habe. Im Besonderen hob er die Kandidatur für den Landtagswahlen 1976 hervor. Werner Waimer, so Burgbacher, sei neben seinem kommunalpolitischen Engagement ein ausgeprägter Vereinsmensch: dies zeichne sich etwa durch sein Engagement in der Seniorengruppe des Hohenemser Alpenvereins, seine Tätigkeiten als Zunftmeister und in der Rentnergruppe „Activis“ in Blumberg aus, aber auch durch sein Wirken während der Fastnacht. Ernst Burgbacher schloss die Laudatio mit der Einschätzung ab, dass Werner Waimer zweifelsohne ein „Graswurzeldemokrat“ im Sinne Reinhold Maiers sei.
Eindrücke von der Veranstaltung (Bildergalerie)
Birgit Homburger, Mitglied des Verwaltungsrates der Reinhold-Maier-Stiftung, sagte einführend in ihrer Begrüßung, dass angesichts vielfacher Krisen die Graswurzeldemokratie im Sinne Reinhold Maiers von besonderer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie sei. Für eine wehrhafte Demokratie, so Homburger, bildeten die Verantwortungsträgerinnen und –träger auf kommunaler Ebene das entsprechende Fundament.
In den Grußworten spiegelte sich die Bedeutung Werner Waimers für die Stadt Blumberg und insbesondere die Gemeinde Blumberg-Zollhaus wider. Bürgermeister Markus Keller stellte Werner Waimer als Netzwerker dar, der sich immer für die Belange der Stadt Blumberg eingesetzt habe. Im Gemeinderat habe er viel für die Stadt erreicht, so etwa den Glasfaserausbau, den Schulcampus oder das Feuerwehrhaus. Ähnlich äußerte sich Niko Reith MdL, der die offene und direkte Kommunikation Werner Waimers hervorhob. Dieser habe „nie hinterm Berg gehalten, seine Meinung zu äußern“. Zuletzt würdigte die Gemeinderätin Ursula Pfeiffer den Preisträger für die konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat, auch wenn man nicht immer einer Meinung war. Werner Waimer habe diese Ehrung verdient.
Der Preisträger selbst dankte in seiner Erwiderung allen Beteiligten für die lobenden Worte und insbesondere seiner Familie für die Unterstützung. Er äußerte zudem, dass ein konstruktiver Streit im liberalen Sinne wichtig für das Gelingen der Demokratie sei. „Wir Liberale“, so Waimer, „sind immer glattgebügelt und das ist gut so.“
Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von den Musikern Thomas Sausen (Gesang) und Sebastian Schnitzer (Piano).