„Armin ist einfach immer da“ – Armin Serwani mit Reinhold-Maier-Nadel ausgezeichnet

Von
Melanie Kögler

In Stuttgart wurde Armin Serwani sein jahrzehntelanges kommunalpolitisches Engagement mit der ReinholdMaierNadel ausgezeichnet.

Die Laudatio hielt Judith Skudelny, Generalsekretärin der FDP Baden-Württemberg.

Grußworte sprachen Martin Körner, Leiter des Grundsatzreferat Klimaschutz, Mobilität und Wohnen der Landeshauptstadt Stuttgart sowie ehemaliger Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat, und Matthias Nagel, Leiter der Justizvollzugsanstalt Stuttgart.

Mit der Reinhold-Maier-Nadel zeichnet die Reinhold-Maier-Stiftung Personen aus, die sich als Liberale insbesondere auf kommunaler Ebene engagiert haben und sich im Sinne Reinhold Maiers Verdienste um die “Graswurzeldemokratie” erworben haben.

 

Armin Serwani wurde 1955 in Wallerfangen/Saar geboren und lebt seit 1969 in Stuttgart. Nach einer Ausbildung bei der Deutschen Bundesbahn arbeite er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2020 als Fahrdienstleiter im Stuttgarter Hauptbahnhof. 1974 trat er in die FDP ein. Er war und ist seit 1976 in der Stadtgruppe Stuttgart-Nord als Vorsitzender bzw. stv. Vorsitzender und seit 2014 als Schatzmeister, zudem seit 1982 im Kreisverband Stuttgart als Beisitzer, stv. Vorsitzender sowie Vorsitzender und seit 2021 als Ehrenvorsitzender aktiv. Im Bezirksverband Stuttgart war er Beisitzer sowie stv. Vorsitzender. Von 1999-2003 und von 2009-2013 war er Beisitzer im Landesverband Baden-Württemberg der FDP. Serwani ist seit 1976 Delegierter bei Bezirks-, Landes- und Bundesparteitagen und kandidierte mehrfach für den Landtag. Von 2009-2024 war er Regionalrat, von 2019-2024 Stadtrat in der Landeshauptstadt Stuttgart. Seit Oktober 2024 ist er ehrenamtlicher Bezirksvorsteher in Stuttgart-Ost. Neben seinem politischen Engagement bekleidete Serwani auch zahlreiche weitere Ehrenämter. So war er u.a. Schöffe am Land- und Amtsgericht Stuttgart, Beisitzer im Vorstand des Bürgervereins Killesberg, Mitvorsitzender der AIDS-Hilfe Stuttgart, Gründer und Vorsitzender des Handels und Gewerbevereins Stuttgart-Neugereut sowie Gründer und Vorsitzender des Jugendvereins Stuttgart-Nord. Seit 1996 ist er Mitglied im Anstaltsbeirat in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim und seit 2001 dessen Vorsitzender.

Martin Körner bezeichnete Armin Serwani in seinem Grußwort als „das Gesicht der Stuttgarter FDP - ein Gesicht, das viel Anerkennung und Respekt genießt“ Besonders hob er das „sehr freundliche, herzliche, menschliche AufeinanderZugehen und dann auch MiteinanderArbeiten“ hervor: „Wenn es im großen Saal im Stuttgarter Rathaus eine Veranstaltung gibt und Armin kommt rein, dann ist erst mal gute Stimmung. Das ist eine großartige menschliche Qualität – und gerade in der Kommunalpolitik unglaublich wichtig: Nähe zu den Menschen, Kompromisse finden, dabei menschlich bleiben.“

Matthias Nagel beleuchtete Serwanis Einsatz im Anstaltsbeirat der JVA Stuttgart: „Sie wissen mit Menschen umzugehen – auch mit schwierigen Charakteren. […] Sie haben die Fähigkeit, Kritik und Ablehnung zu vermitteln, ohne zu verletzen oder die Gesprächsatmosphäre zu vergiften. Sie bringen es fertig, völlig überzogene Forderungen (etwa „Lachs zu Weihnachten“) trocken abzubügeln – und den Adressaten trotzdem zufrieden zurückzulassen. Das gelingt nur mit Lebenserfahrung und einem authentischen Auftreten“, hob Nagel Serwanis Wirken hervor.

Judith Skudelny gestaltete ihre Laudatio sehr persönlich und bezeichnete es als Ehre, die Laudatio für ihn halten zu dürfen, „weil es kaum einen Menschen gibt, der mehr Freude, mehr Einbringung und mehr Nachhall bei mir hinterlassen hat als du.“

Sie betonte, Serwani sei „einfach immer da“. „Er stellt sich nicht in den Vordergrund, er ist nicht der, der die lauten Töne macht (wobei: „laut“ ist relativ). Aber immer dann, wenn es etwas zu tun gibt, wenn man jemanden braucht, der anpackt – dann ist Armin zur Stelle. Mit Freude, mit Sprüchen, mit Lebenslust. Er zieht den Karren aus dem Dreck und bringt Leute dazu, mitzumachen.“

In einem vorangegangenen Gespräch mit dem Geehrten, worauf dieser besonders stolz sei, habe er seine 39jährige Tätigkeit als Bezirksbeirat in StuttgartNord genannt und Skudelny ordnete dies ein: „Deine Heimat gestalten – von Schulen über Jugendhaus bis zur Gehwegkreuzung. Genau dieses Engagement an der Graswurzel wird heute geehrt.“

Sie bezeichnete Serwani als „Verfechter des aktiven Zwischenrufs in allen Lebenslagen“ und sprach ihm „typische Stuttgarter Tugenden“ zu: „sorgfältiger Umgang mit Geld, das Ideal einer sauberen und sicheren Stadt, Freiheit und Verantwortung zusammen.“

 

In seinen Dankesworten betonte Armin Serwani seine Prägung durch kommunalpolitisches Engagement „von unten“: „Es erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit, diese Nadel zu bekommen, die den Namen Reinhold Maier trägt. Reinhold Maier war ein großer Verfechter einer Demokratie, die von unten wächst – Graswurzeldemokratie. Und so habe ich mein Leben lang Kommunalpolitik betrieben.“

Er schilderte Stationen seines Werdegangs – von frühen Initiativen im Stadtteil über langjährige kommunalpolitische Arbeit bis hin zur fortgesetzten Mitarbeit in Gremien. Obwohl er auch viermal für den Landtag kandidiert habe, sei er im Herzen Kommunalpolitiker, betonte der Preisträger. Sein Engagement sei stets getragen gewesen von der Überzeugung: „Veränderungen und Fortschritt kommen von unten. Darum braucht es Leute, die sich ehrenamtlich engagieren“.

Dass er sich auch weiterhin einbringen werde, machte Serwani mit einem Augenzwinkern deutlich: „Man wird mich nicht los, nur weil ich Bezirksvorsteher bin. Ich werde weiterhin maulen und Zwischenrufe machen.“