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Die Reinhold-Maier-Stiftung Baden-Württemberg ist eine öffentlich anerkannte, gemeinnützige Einrichtung der politischen Weiterbildung.

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Reinhold-Maier-Medaille


Die Reinhold-Maier-Medaille wird im Wechsel von der Reinhold-Maier-Stiftung, der FDP/DVP-Landtagsfraktion und der FDP Baden-Württemberg an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um den Liberalismus in Deutschland und Europa verdient gemacht haben.

Verleihungen im Überblick:

Medaillenträger Jahr
Abtprimas Dr. Notker Wolf OSB 2009
Dr. Wolfgang Gerhardt 2008
Neeli Kroes 2007
Helmut Markwort, München 2007
Dr. Klaus Kinkel, St. Augustin 2005
Hans D. Barbier, Frankfurt/M. 2004
Prof. Dr. h.c. Reinhold Würth, Künzelsau 2002
Wolfgang Mischnick, Homburg 2001
Walter Scheel, Bonn 2000
Dr. Martin Bangemann, Brüssel 1999
Dr. Otto Graf Lambsdorff, Bonn 1998
Ulrich Wildermuth, Ulm 1997
Dr. Marion Gräfin Dönhoff, Hamburg 1996
Lord Ralf Dahrendorf, London 1994
Hans-Dietrich Genscher, Bonn 1993
Prof. Dr. Dr. h.c. Theodor Eschenburg, Tübingen 1991
Dr. Wilhelm Hofmann 1990
Dr. Hermann Müller, Schwäbisch Hall 1989

Reinhold-Maier-Medaille für Helmut Markwort

rmm07 05.02.2007 - Die Reinhold-Maier Stiftung, die FDP Baden-Württemberg und die FDP/DVP Landtagsfraktion haben dem Focus-Chefredakteur Helmut Markwort am Samstag, den 3. Februar die Reinhold-Maier-Medaille verliehen. Die Laudatio wurde von Prof. Dr. Ulrich Goll in einer Festveranstaltung in der Stuttgarter Alten Reithalle vor 500 geladenen Gästen gehalten. Markwort zeigte sich zutiefst geehrt und hielt im Anschluss an die Preisverleihung eine mahnende und tiefsinnige Dankesrede. Er wies auf die Notwendigkeit der Verteidigung von Freiheitsrechten hin - die Pressefreiheit stehe für ihn natürlich an erster Stelle - aber auch der westliche Wertekanon und die in Jahrhunderten mühsam erarbeiteten Menschenrechte seien von zunehmendem Radikalismus und Terrorismus, aber auch von deren übertriebener Verfolgung durch Regierungen und Geheimdienste, bedroht, so Markwort. Die Reinhold-Maier-Medaille wird an Liberale mit besonderen Verdiensten verliehen: zu den Vorgängern Markworts zählen unter anderen der ehemalige Bundesaußenminister Klaus Kinkel, Lord Ralf Dahrendorf oder Walter Scheel, Alt-Bundespräsident.

Einen Video- und Audiomitschnitt der Reden finden Sie im FDP-BW Weblog.


FDP verleiht Dr. Klaus Kinkel Reinhold-Maier Medaille

rmm05 03.12.2005 - Der ehemalige Bundesaußenminister Dr. Klaus Kinkel ist der diesjährige Empfänger der Reinhold-Maier-Medaille. Die FDP/DVP-Landtagsfraktion, der FDP-Landesverband Baden-Württemberg und die Reinhold-Maier-Stiftung verliehen an Klaus Kinkel im Rahmen eines Festakts im Neuen Schloss in Stuttgart diese hohe Auszeichnung der Südwest-Liberalen. Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll nannte Kinkel einen Rechts- und Außenpolitiker, der seiner Zeit voraus war. Schon in den 80er-Jahren habe Kinkel vor der Bedrohung der Freiheitsrechte durch die modernen Informationstechniken gewarnt. Als Bundesaußenminister sei Kinkel ein Motor der deutsch-tschechischen Versöhnung gewesen.

Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, bezeichnete Klaus Kinkel als einen „großen Liberalen“, der sich seine Sympathie und Beliebtheit auch aufgrund seines „ausdrücklichen Bekenntnisses zum Schwabentum“ erworben habe. Noll: „Seine sprichwörtlich raubauzige Art war stets gepaart mit hoher Sensibilität und tiefer Menschlichkeit. Beispielhaft erwähne ich sein außerordentliches Engagement für den Behindertensport und die Paralympics.“

Die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger dankte Klaus Kinkel sehr persönlich für seinen enormen Einsatz für die Liberalen in Baden-Württemberg. Vertrauen und Verlässlichkeit seien zwei Eigenschaften, mit denen Klaus Kinkel die Politik der FDP geprägt habe. „Mit ihrer direkten und zupackenden Art haben Sie den südwestdeutschen Liberalismus im besten Reinhold Maierschen Sinne in Deutschland vertreten. Und zwar ganz einfach nach dem Motto: ‘Net lang schwätze, mache!’”, so Homburger.

In seiner Laudatio skizzierte Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll den Werdegang des ehemaligen Bundesaußenministers und Vizekanzlers Klaus Kinkel. Vom „Karrieresprung aus Genschers Schatten an die Spitze der 6000-Mann Behörde Bundesnachrichtendienst“ im Jahr 1979 über die Stationen „beamteter Staatssekretär“ im Bundesjustizministerium (1982 - 1990) und Bundesjustizminister (1991 - 1992) bis zum „Bundesminister des Auswärtigen“ (1992 - 1998). Goll erinnerte daran, dass Kinkel als Staatssekretär im Bundesjustizministerium vor immensen Herausforderungen stand. Die Politik sei damals unter dem Eindruck der Bedrohungen durch die terroristische so genannte Rote Armee Fraktion (RAF) vor der „schwierigen Frage gestanden, ob sich der Staat zur Rettung von Menschenleben erpressen lassen darf“. Goll: „Kinkels Wirken stand unter dem Motto ‚Es soll die Stärke des Rechts, nicht das Recht des Stärkeren gelten’“. Kinkel sei hart in der Sache gewesen und habe schon vor dem Hungerstreik der Terroristen die Haftbedingungen als nicht unmenschlich charakterisiert – „trotzdem war er einer der wenigen, die das Gespräch mit ausstiegswilligen Terroristen suchten“.

Vor diesem Hintergrund sei auch Klaus Kinkels Bemühen um die Einführung einer zeitlich befristeten Kronzeugenregelung zu sehen, die bei Mord nicht Straffreiheit, sondern Strafmilderung vorsehen sollte. Nach den Worten von Goll standen die „juristischen Aufräumarbeiten in den neuen Bundesländern“ nach 40 Jahren SED-Herrschaft im Focus des Bundesjustizministers Klaus Kinkel (1991 -1992). War er doch maßgeblich bereits an den Verhandlungen der Verträge zur deutschen Einheit beteiligt, so galt es nunmehr, in der ehemaligen DDR einen funktionierenden Rechtsstaat aufzubauen, die mehr als 100 000 Opfer der DDR-Justiz zu entschädigen und mit den Mitteln des Rechtsstaates diejenigen zu packen, die den Rechtsstaat mit Füßen getreten hatten. Als Bundesaußenminister hatte Kinkel maßgeblichen Anteil an der deutsch-tschechischen Versöhnungserklärung im Jahre 1997. Während Deutschland die national-sozialistischen Verbrechen an Tschechien bedauerte, räumt die tschechische Seite erstmals offiziell ein, dass bei der Vertreibung der Sudetendeutschen Unrecht geschehen sei.

Wie Ulrich Goll weiter sagte, gibt es zwischen Reinhold Maier, dem ersten baden-württembergischen Ministerpräsidenten, und Klaus Kinkel viele Gemeinsamkeiten: „Unverkennbar sind beide schwäbische Originale und mit dem Südwesten aufs Engste verbunden.“ Kinkel stehe wie Maier für eine liberale Grundhaltung, die dem Staat eine genau definierte Rolle zuweise. Goll: „ Kinkel wie Maier verkörpern die beiden Seiten der baden-württembergischen Seele, die Heimatverbundenheit und Traditionsbewusstsein einerseits und Risikofreude und Wagemut andererseits verkörpert. Dieses Verständnis von Liberalismus ist in keiner Weise museal, sondern hochaktuell. Genau in dieser Tradition steht auch Herr Dr. Kinkel. Er zeichnet sich neben seiner demokratischen Verwurzelung in Baden-Württemberg auch durch besondere Weltoffenheit aus.“

Der Landesjustizminister freute sich besonders darüber, dass der frühere Bundesaußenminister die Reinhold-Maier-Medaille - mit der die FDP bedeutende liberale Persönlichkeiten ehrt -, akzeptiert habe, „obwohl Klaus Kinkel nie einen Orden angenommen, nie einen Ehrendoktorhut akzeptiert hat.“ Goll: „Lieber Herr Dr. Kinkel, alle Fluchtversuche waren vergeblich: die Ehre hat Sie doch eingeholt.“

Der ehemalige Bundesaußenminister Dr. Klaus Kinkel begann seine Rede mit einem schwäbischen Gedicht („I sag mei’ Sach“), erinnerte an den „knorrigen unbequemen Reinhold Maier, „dem Baden-Württemberg und die FDP viel und ich die mir verliehene Medaille verdanke.“ Vom Credo Maiers („Es wird gelingen, es muss gelingen“) ausgehend, fragte Klaus Kinkel, warum die heutige Gesellschaft so kleingläubig sei, leicht missmutig, lethargisch, mutlos, oft kraftlos? Kinkel konstatierte „eine Art Mehltau-Lethargie über unserem Land“, das doch so dringend einen Aufbruch brauche. Neben der wirklichen Befreiung des Arbeitsmarktes, steuerlicher Entlastung und Abbau der Staatsschulden bedürfte es eines radikalen Umbaus der Sozialpolitik in Richtung Selbstverantwortung. „Nur so kommen wir von unserem ächzenden Gesundheits-, Sozial-, und Rentensystem weg.“

Ein mentaler Paradigmenwechsel sei allerdings genau so notwendig. Doch: „Sieht das von der Großen Koalition soeben Vereinbarte nicht doch eher wieder nach einem weiteren Durchwurschteln aus?“ Nach den Worten von Kinkel könnte die Ursache für die „kollektive Verzagtheit“ in einer historisch bedingten ausgeprägten Staatsgläubigkeit der Deutschen liegen. Der Glaube, dass der Staat alles richten könne, entspreche aber nicht dem liberalen Ordnungsbild. Dieses stehe für einen starken, schlanken Staat, der sich auf Kernaufgaben beschränke, aber nicht die Menschen von der Wiege bis zur Bahre in Gleichmacherei umsorge. Jetzt müsse die Stunde der Liberalen kommen, so Kinkel.

Die FDP müsse einem echten Föderalismus mit finanzieller Eigenverantwortung den Weg bereiten. Ebenso gelte das für die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensverhältnisse und einer Steuergesetzgebung, die Erfolg und Leistung belohne.


Reinhold-Maier-Medaille 2004

Verleihung der Reinhold-Maier-Medaille an den Journalisten und Publizisten Dr. Hans D. Barbier

Homburger: „Dr. Hans barbier hat in seinen tiefgründigen Kommentaren und Analysen seit vielen Jahren die Anfechtungen klar und deutlich benannt, denen die Soziale Marktwirtschaft ausgesetzt ist“

30.10.2004 - (Stuttgart) Der Landesverband der FDP Baden-Württemberg, die FDP/DVP-Landtagsfraktion und die Reinhold-Maier-Stiftung haben heute im Rahmen eines Festakts in Stuttgart die Reinhold-Maier-Medaille an den Journalisten und Vorsitzenden der Ludwig-Erhard-Stiftung, Dr. Hans D. barbier, verliehen.

Der baden-württembergische Justizminister, Prof. Dr. Ulrich Goll, erinnerte in seinem Grußwort vor den 350 Gästen im Weißen Saal des Neuen Schlosses an die politische Linie des ersten baden-württembergische Ministerpräsidenten Reinhold Maier. Dieser habe die beiden Seiten der baden-württembergischen Seele, die Heimatverbundenheit und das Traditionsbewusstsein einerseits und Risikofreude und Wagemut andererseits verkörpert und in einem pragmatischen Weg für mehr Lebenschancen vereint. Damit sei Reinhold Maiers Liberalismusverständnis nicht museal, sondern hochaktuell. In dieser Tradition stehe auch der Preisträger Dr. Hans D. barbier.

Die Landesvorsitzende Birgit Homburger würdigte Dr. Hans D. barbier in ihrer Laudatio als einen der profiliertesten deutschen Journalisten und Publizisten auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. barbier habe sich mit seinen Beiträgen in besonderer Weise um den Liberalismus verdient gemacht, denn er leiste mit seinem inneren liberalen Kompass, so Homburger, „einen wichtigen Beitrag, das Bewusstsein unserer Gesellschaft für die Grundprinzipien einer funktionierenden Marktwirtschaft und einer liberalen Gesellschaftsordnung wach zu halten.“ Dr. Hans D. barbier habe in seinen tiefgründigen Kommentaren und Analysen seit vielen Jahren die Anfechtungen klar und deutlich benannt, denen die soziale Marktwirtschaft durch einen überbordenden Sozialstaat ausgesetzt sei. Die Antwort auf die Probleme unserer Gesellschaft laute nicht mehr, sondern weniger Regulierung, nicht weniger, sondern mehr Freiheit. Homburger sagte: „Freiheit und Verantwortung sind die Grundpfeiler, auf denen Ihre Vorstellung vom Umgang mit der sozialen Sicherung ruht.“ Hier werde Dr. Hans D. barbiers ordnungspolitischer Kompass auch in Zukunft gebraucht.

Der Preisträger, Dr. Hans D. Barbier, zeigte sich bewegt von der Auszeichnung. In seiner Rede bezeichnete er den Liberalismus als das mit Abstand beste Gesellschaftsprogramm, das Menschen je erdacht hätten, es sei „abenteuerlich schön und abenteuerlich menschlich“. Dennoch habe es ein auf Freiheit angelegtes Gesellschaftsprogramm immer und überall schwer, denn der Freiheitsgedanke stehe unter dem Verdacht, Solidarität unmöglich zu machen oder zu beschneiden. Diesem Verdacht müsse jeder liberale denkende Mensch, ob Schreibender, Redender oder Handelnder jeden Tag erneut entgegentreten.

Der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, dankte dem Preisträger für seine Rede und sagte in seinem Schlusswort, die FDP fordere nicht Freiheit von, sondern Freiheit zur Verantwortung. Dr. Hans D. barbiers Rede sei für die Liberalen sehr motivierend gewesen. Staatsinterventionismus sei nicht die geeignete Lösung der anstehenden Probleme, die FDP müsse hier auch weiterhin für mehr Freiheit kämpfen.

Der Festakt wurde musikalisch umrahmt von Sängerinnen der Staatsoper Stuttgart unter der Leitung des Chordirektors der Staatsoper Stuttgart, Michel Alber.

Zum Preisträger:
Der diesjährige Empfänger der Reinhold-Maier-Medaille, Dr. Hans D. barbier, begann er seine journalistische Laufbahn 1969 als Redakteur in der Börsenredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Anschließend arbeitete er zwölf Jahre lang als Parlamentskorrespondent der Süddeutschen Zeitung in Bonn, bevor er 1986 als Ressortleiter Wirtschaft zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung zurückkehrte. 2002 gab er die Leitung des Wirtschaftsressorts ab und schreibt seither regelmäßige Kolumnen für die Frankfurter Allgemeinen Zeitung und das Wirtschaftsmagazin Capital. Darüber hinaus ist Dr. Hans D. barbier seit 2002 Vorstandsvorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung und seit 2003 Chefredakteur und geschäftsführender Herausgeber der Vierteljahreshefte der Friedrich-Naumann-Stiftung. Dr. Hans D. barbier hat für seine Arbeit in den vergangenen Jahren zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik, die Bernhard-Harms-Medaille des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, den Karl-Hermann-Flach-Preis und den Publizistik-Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung.


2002: Professor Dr. h.c. Reinhold Würth erhält Reinhold-Maier-Medaille

8. Juni 2002 - Gemeinsam mit der Reinhold-Maier-Stiftung ehren heute die FDP/DVP-Landtagsfraktion und der baden-württembergische FDP/DVP-Landesverband Professor Reinhold Würth, einen der erfolgreichsten Unternehmer der Bundesrepublik Deutschland mit der Reinhold-Maier-Medaille.

echo-Interview mit dem Liberalen: Reinhold Würth

Nicht immer mit den Wölfen heulen

Prof. Dr. h. c. Reinhold Würth, (67), Unternehmer (Würth-Gruppe) und Kunstmäzen aus Künzelsau, ist mit der Reinhold-Maier-Medaille der baden-württembergischen FDP/DVP-Landtagsfraktion im Neuen Schloss in Stuttgart ausgezeichnet worden. Mit der Reinhold-Maier Medaille werden bedeutende liberale Persönlichkeiten für ihr Wirken gewürdigt. Zu den Preisträgern gehören Hans-Dietrich Genscher, Ralf Dahrendorf oder Marion Gräfin Dönhoff. Mit Reinhold Würth sprach Jürgen Dieter Ueckert.

echo: Sie werden jetzt in einem Atemzug mit Namen wie Hans Dietrich Genscher, Theodor Eschenburg und Marion Gräfin Dönhoff genannt. Was bedeutet ihnen die Auszeichnung mit der Reinhold Maier-Medaille?

Reinhold Würth: Diese Auszeichnung habe ich gerne und in Bescheidenheit angenommen, auch deshalb, weil ich gut finde, dass eine parteinahe Stiftung nicht nur eigenen Spitzenrepräsentanten eine solche Medaille zukommen lässt, sondern auch den Blick über den politischen Zaun öffnet. Wenn ich richtig verstanden habe, geht diese Reinhold-Maier Medaille erstmals an einen Mittelständler, was mich freut.

echo: Als schwäbischer Unternehmer stünden Sie in einer Reihe mit Bosch, Benz oder Porsche - so wurden Sie in Stuttgart gekennzeichnet. Was empfanden Sie bei diesem dicken Lob im neuen Schloss?

Würth: Nun, das habe ich natürlich als einigermaßen übertrieben empfunden. Immerhin ist Bosch fünfmal so groß, Daimler mehr als zehnmal so groß wie mein Unternehmen. Mit der Größe von Porsche nehmen wir es etwa auf.

echo: Als Liberaler sind Sie Mitglied einer Partei, die in den letzten Wochen vor einer Zerreißprobe zu stehen schien. Wären zwei liberale Parteien für Deutschland da nicht besser?

Würth: Sicher nicht zur Vertretung der Interessen des deutschen Liberalismus, allenfalls für die Interessen der großen Volksparteien.

echo: Jürgen Möllemann bleibt stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender, trotz der Angriffe vor allem vom jüdischen Zentralrat in Deutschland. Hätte er zurücktreten sollen?

Würth: Nein, überhaupt nicht. Jeder weiß, dass Möllemann ein Hitzkopf ist und in Begeisterung, Rage oder vermutlich im Hochgefühl nach einem gelungenen Fallschirmabsprung manches sagt, was ihm hinterher leid tut. Gleichwohl vertritt er den größten Landesverbarid der FDP; die Aussagen von Jürgen Möllemann vor allem in Richtung auf Herrn Friedman halte ich durchaus für richtig, ich kenne Herrn Friedman nicht persönlich, bei seinen Auftritten im Fernsehen erweckt er mindestens nicht den Eindruck, dass er Aggressivität oder Arroganz verstecken wolle. Ob eine Person arrogant oder aggressiv ist, hat nichts damit zu tun, ob sie Muslim, Hindu, Christ oder Jude ist - in allen Kulturkreisen und Religionsgemeinschaften gibt es halt solche und solche. Wissen Sie, ein Markenzeichen des Liberalismus ist, nicht immer und unbedingt mit den Wölfen zu heulen, sondern auch gegen die Meinungsströme der großen Parteien den eigenen Standpunkt zu vertreten. Insofern sehe ich überhaupt keinen Grund, dass Möllemann hätte zurücktreten sollen.

echo: Der FDP wird mit ihrem Projekt 18 unterstellt, sie wolle im Trüben fischen. Argumente in der Nähe des Antisemitismus seien nur Taktik, um Wählerstimmen bei deutschen Moslems zu fangen. Alles nur kaltes Taktieren?
Würth: Ich unterstelle der FDP nicht, dass sie um Wählerstimnen deutscher Muslime im Trüben fischen will. Übrigens: Kennen Sie eine einzige Partei nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt, die während eines Wahlkampfs nicht kalt taktieren würde?

echo: Woher sollen die 18 Prozent für die Liberalen am 22. September kommen?

Würth: Die Liberalen sind mit Westerwelle, Döring. Möllemann und Frau Pieper auf bestem Weg aus dieser ätzenden und banalen Allianz der Durchschnittlichkeit der deutschen Politik auszubrechen. Warum interessieren sich heute immer weniger Bürger für die Politik? Ganz einfach deshalb, weil die Parteiprogramme und die Aktionen aller Parteien - einmal von der PDS abgesehen - absolut austauschbar sind und sich nur in Petitessen und Kleinigkeiten gegeneinander abgrenzen lassen. Die FDP hat mit ihrem Programm nun erstmals gewagt, gegen die Strömung der großen Parteien zu schwimmen und damit bei den Bürgern großes Wohlwollen erhalten. Es geht jetzt nur darum, diesen Trend konsequent durchzuhalten, dann halte ich nicht einmal für ausgeschlossen, dass der Stimmenanteil der FDP in der Republik sogar auf 25 Prozent steigen könnte. Klar ist mir natürlich, dass argumentiert wird: Die FDP wäre praktisch seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland in fast allen Bundesregierungen vertreten und hat nichts bewirkt.

echo: Was halten Sie denn dagegen?

Würth: Das kommt haft daher, dass die FDP meistens nur leicht über der fünf Prozenthürde herum laboriert hat, weil man sich gegen die anderen Parteien nicht ausreichend den Wählern gegenüber profiliert hat. In dieser Situation kann man in keiner Regierung etwas Großes bewirken - das geht in der momentanen Regierung den Grünen ja ganz genauso.



2001: Wolfgang Mischnick erhält Reinhold-Maier-Medaille

Südwestliberale ehren “Mister Bundestag”
03.12.2001 - Stuttgart - Der ehemalige Vorsitzende der FDP- Bundestagsfraktion, Wolfgang Mischnick, ist mit der Reinhold-Maier-Medaille geehrt worden. FDP-Landeschef Walter Döring würdigte Mischnick bei der Verleihung am Sonntag in Stuttgart als Menschen mit klaren politischen Konzepten und Ausdauer. Mischnick habe seine Rolle als Fraktionsvorsitzender nicht als “Zuchtmeister” verstanden, sondern durch Überzeugungsarbeit gemeinsame Lösungen erzielt. Er sei es gewesen, der im Januar 1969 als erster einen Entwurf für einen Generalvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR auf den Tisch gelegt habe.

Mischnick forderte in seiner Dankesrede, der politischen Bildung in Deutschland weiter einen hohen Stellenwert einzuräumen. Wer beklage, dass sich junge Menschen rechts- oder linksradikalen Parteien zuwenden, müsse auch dafür sorgen, dass politische Bildung vor allem in den Schulen unterstützt werde. Mischnick war von 1961 bis 1963 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte. In der FDP-Bundestagsfraktion wirkte er von 1959 bis 1961 als Parlamentarischer Geschäftsführer.

Das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion hatte Mischnick von 1963 bis 1986 inne, danach stand er bis 1991 an der Spitze der Fraktion. Die Reinhold-Maier-Medaille erinnert an den ersten Ministerpräsidenten Baden-Württembergs (1889-1971). Seit 1989 verleiht die Südwest-FDP die Auszeichnung jährlich an Persönlichkeiten, die sich um die Verbreitung und Förderung liberalen Gedankengutes verdient gemacht haben.




2000: Landes-FDP würdigt Walter Scheel

Ein Liberaler mit heiterer Gelassenheit

Man hört ihm gerne zu. Walter Scheel ist ein charmanter Plauderer, der seine politischen Erinnerungen aber auch mit Spitzen zu garnieren weiß. Für seine Verdienste um den Liberalismus erhielt der frühere Bundespräsident (1974-79) und Bundesaußenminister (1969-74) von der Südwest-FDP die Reinhold-Maier-Medaille. Den Festakt in der Alten Reithalle nutzte Scheel für spannende Reflexionen über die Deutschlandpolitik der letzten Jahrzehnte. Nein, so groß waren seiner Meinung nach die Widerstände Frankreichs und Großbritanniens nicht, wie immer wieder behauptet wird. Im Grunde hätte sie nur durch die Sowjetunion verhindert werden können. Für Scheel steht fest, dass der Prozess, der 1989 schließlich zum Fall der Mauer führte, schon viele Jahre zuvor begonnen hat: mit der Ostpolitik der sozial-liberalen Regierung ab 1969 und - ab Mitte der 70er Jahre - mit der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl verdiene freilich, „eine ganze Seite“ im Geschichtsbuch, weil es ihm in den Verhandlungen mit Russland gelungen sei, dass das wieder vereinigte Deutschland in der NATO bleibt. In der Laudatio bezeichnete der Landeschef der Liberalen, Walter Döring, Scheel als den „eigentlichen Wegbereiter der deutschen Einheit und der fortschreitenden Europäischen Union“. Viel Applaus von den rund 600 Gästen erntete Döring für den Satz, dass die Republik 1974 einen Präsidenten gewonnen habe,
„der nicht nur die Hitparaden stürmte, sondern dem Amt zu höchstem Ansehen verhalf“. „Zustatten kam Ihnen dabei auch die besondere Gabe, oftmals mit heiterer Gelassenheit über den Dingen zu stehen.“ Döring betonte: „Bei Ihnen war wohl immer mehr Instinkt am Werke, Gespür, Vertrauen auf die rechte Eingebung im rechten Augenblick.“ Scheel, die „durch und durch liberale, hoch kompetente, kreative und geradlinige Persönlichkeit“ habe sich wie Reinhold Maier, der erste Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg durch Bürgernähe ausgezeichnet. Schmunzelnd nahm der 80-jährige FDP-Ehrenvorsitzende die Komplimente entgegen („die Fakten haben gestimmt“), freute sich darüber, dass ein Kinderchor seinen gelben Wagen hochleben ließ und erinnerte in seiner Dankesrede an die rhetorische Begabung Reinhold Maiers, dessen Kraft und Weitsicht er stets bewundert habe. Scheels Dankesrede wurde zu einer Liebeserklärung an Baden-Württemberg, das über eine „brillante wirtschaftliche Struktur“ verfüge. Im Land der Häuslebauer habe er auch gelernt, Trollinger von Lemberger zu unterscheiden. Und zur Feier seines Hochzeitstages fahre er seit 14 Jahren ins Glottertal. Sagt’s und strahlt ins Publikum.


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1999: Bangemann bekommt Reinhold-Maier-Medaille

Blockierer allerorten
Der scheidende EU-Kommissar Martin Bangemann hat die Bonner Politik zur Scheinselbständigkeit scharf angegriffen. Bei der Entgegennahme der Reinhold-Maier- Medaille sagte Bangemann in Fellbach: „Ich hoffe, dass dieses Wort Unwort des Jahres wird.“ Der EU-Politiker fügte hinzu: „Auch Robert Bosch hat als Scheinselbständiger begonnen.“
Die Herausforderungen der Zukunft seien nur mit innovativen Ideen zu bewältigen. Aus diesem Grund dürften die Wahlmöglichkeiten des einzelnen nicht gebremst werden. Bangemann appellierte an die Bundesregierung, den Entscheidungsspielraum des einzelnen Bürgers zu erweitern und neue Ideen nicht zu blockieren. Deutschland und Italien bilden nach den Worten von Bangemann den „Schwanz der wirtschaftlichen Entwicklung in der Europäischen Union“. Irland sei ein gutes Beispiel, wie es positiv laufen kann: Dieses Land habe alle Gelder der EU in innovative Projekte gesteckt und so einen Sprung nach vorne gemacht. Das Internet, das vielen Menschen einen Arbeitsplatz bringe, müsse von den Politikern und den Gewerkschaften als Chance gesehen werden. „Noch nie waren die Zugangskosten zum weltweiten Markt so niedrig wie heute.“




1998: Maier-Medaille an Graf Lambsdorff

Der FDP Landesverband Baden-Württemberg, die FDP/DVP-Landtagsfraktion und die Reinhold-Maier-Stiftung ehrten vor 400 Gästen im Stuttgarter Haus der Wirtschaft den langjährigen Bundeswirtschaftsminister und FDP-Ehrenvorsitzenden, Dr. Otto Graf Lambsdorff, mit der Reinhold-Maier-Medaille. Graf Lambsdorff steht damit u.a. in einer Reihe mit Dr. Hermann Müller, Dr. Wilhelm Hofmann, Lord Ralf Dahrendorf, Hans-Dietrich Genscher, Theodor Eschenburg, Marion Gräfin Dönhoff und dem letztjährigen Empfänger der Medaille, Ulrich Wildermuth.
In seiner Laudatio betonte der baden-württembergische Landesvorsitzende, Wirtschaftsminister Walter Döring, daß der „Marktgraf“ sich nicht nur für den Erhalt der marktwirtschaftlichen Ordnung eingesetze, sondern sich auch ganz gezielt für die Bürgerrechte engagiere. Zu dem „wirtschaftsliberalen“ Grafen gehöre eben auch der „rechtsstaatsliberale“ Lamsbdorff, so Döring.
Graf Lambsdorff ging in seiner Dankesrede auf die Krise des Steuerstaates ein und brillierte dabei rhetorisch über die konfiszierte Freiheit. Er forderte, daß die Steuern von moralischen Überhöhungen befreit und der Steuer-Fatalismus endlich bekämpft werde. Es gelte, dem Underdogmatismus entgegenzutreten, der die wirtschaftliche Vernunft in Deutschland als soziale Kälte denunziere. Aus einer planwirtschaftlichen Steuerpolitik müsse nun eine marktwirtschaftliche Steuerpolitik werden, die auf Dynamik statt auf Gleichheit setze. Weiterhin forderte Graf Lamsbdorff, daß eine Steuerstrukturreform vor allem die leistungsfeindlichen direkten Steuern drastsisch verringern müsse und eine Umschichtung auf die indirekten Steuern stattzufinden habe. Insgesamt müsse gegen die heute immer stärker konfiszierte Freiheit ein Steuersystem gesetzt werden, das zu mehr Freiheit beitrage.



1997: Maier-Medaille an Ulrich Wildermuth

Die baden-württembergischen Liberalen haben den langjährigen Chefredakteur der Südwest Presse, Ulrich Wildermuth mit der Verleihung der Reinhold-Maier-Medaille geehrt.

Der FDP-Landesvorsitzende, Wirtschaftsminister Walter Döring, hat Ulrich Wildermuth bei einem Festakt im Stuttgarter Neuen Schloß als äGlücksfall für das Land und für uns Liberale“ bezeichnet. Wildermuth habe „die Presserechte stets als wahrgenommene Bürgerrechte“ verstanden, sagte Döring. Als „Liberaler alter Schule“ sei der frühere Chefredakteur der Südwest Presse (1968 bis 1996) „nie mit dem Zeitgeist geschwommen“. Die Verleihung der nach dem ersten Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Reinhold Maier, benannten Medaille begründete Döring insbesondere mit Wildermuths unbeirrten Eintreten für das Zusammenwachsen des Südweststaats.

Der Vorsitzende der Reinhold-Maier-Stiftung, Justizminister Ulrich Goll, nannte den Preisträger 1997, der seit 1989 alljährlich verliehenen Reinhold-Maier-Medaille einen „bedeutenden unabhängigen Journalisten.“ Der Publizist Wildermuth habe sich „in besonderer Weise um den liberalen Gedanken verdient gemacht.“
In seiner Erwiderung nannte Ulrich Wildermuth den früheren Ministerpräsidenten Württemberg-Badens und Baden-Württembergs, Reinhold Maier, eine „bestimmende Persönlichkeit“. Wildermuth erinnerte dabei an die „Unverzagtheit, mit der Maier sowohl der amerikanischen Besatzungsmacht als auch dem ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer entgegengetreten ist.“ An diesem Vorbild gemessen, sei der jetzt in Deutschland „real existierende Föderalismus eine trübe Wirklichkeit.“