Buchvorstellung: “Vom Neckar-Napoleon zum Bundespräsidenten”

Richard Drautz, Vorsitzender des Heuss-Freundeskreises, die Historikerin Dr. Beate-Carola Padtberg und Alfred Eger, Chef der Reinhold-Maier-Stiftung (von links), präsentierten in Brackenheim stolz das neue Buch.

Aus der Heilbronner vom 10.3.2001 – Von Claudia Schönberger Aus einem neuen Blickwinkel betrachtet die Historikerin Dr. Beate-Carola Padtberg die facettenreiche Persönlichkeit von Theodor Heuss in ihrem Buch “Vom Neckar-Napoleon zum Bundespräsidenten”. In den Mittelpunkt stellt die Autorin Heuss’ Leitmotive: die Grund- und Freiheitsrechte und die deutsche schwarz-rot-goldene Farbenlehre. Vorgestellt wurde die 79 Seiten starke Broschüre am Freitag im Theodor-Heuss-Museum in Brackenheim. Dessen Besuchern soll sie in verständlicher Form Gelegenheit bieten, Seiten am ersten Bundespräsidenten zu entdecken, die man beim ersten Gang durchs Haus nicht so erkennen kann, erklärte Beate-Carola Padtberg, die auch die Konzeption für das Museum erarbeitet hat.

Der Untertitel “Über die politische Gesinnungstradition in der Familie Heuss” gibt dem Leser bereits einen deutlichen Hinweis auf den Inhalt. Schon in seiner Kindheit kam Theodor Heuss mit dem politischen Gedankengut der Revolution von 1848 in Berührung. Der Onkel seines Großvaters, Fritz Heuss, war 48/49 In Haßmersheim einer der Anführer in der Badischen Revolution und wurde volkstümlich “Neckar-Napoleon” genannt. Die original Haßmersheimer Bürgerwehr Flagge ziert das von Margrit Elser-Haft gestaltete Titelbild des Buches

“Den Ende ´48 als Gesetz in Kraft getretenen Grundrechtskatalog nahm Heuss mit in sein gedankliches Gepäck und brachten ihn bei seinen politischen Weichenstellungen Immer wieder in die Diskussion ein”, so Beate-Carola Padtberg. “Eine Linie, die einem auffällt, wenn man den Menschen Heuss im Querschnitt betrachtet.”

Auch die Farben schwaz-rot-gold schienen es dem in Brackenheim geborenen Staatsmann angetan zu haben. Deutsch sein, den deutschen Staat bilden und diese Farben tragen – das war für ihn eins, erklärte die Hamburger Liberalismusforscherin. Und darüber habe er so oft er kann und teils im richtigen Augenblick geschrieben. Etwa 1947, als er in “Werk und Erbe” den Deutschen die 48er-Ereignisse als neue Orientierung anheim stellte, um ihnen zu zeigen, wo ihre Wurzeln seien.

Ein weiteres Kapitel in der von der FDP-nahen Reinhold-Maier-Stiftung herausgegebenen Broschüre beschäftigt sich mit Heuss` Rolle im Parlamentarischen Rat. Er habe geschafft, in vieler Hinsicht den Ton anzugeben und stilbildend wirken. Insbesondere bei der Präambel des Grundgesetzes. Heuss’ Amtsverständnis als Bundespräsident beschreibt Padtberg in Ihrem Buch so: “Er wollte eigentlich Vermittler sein und sein Amt mit reinem Menschentum füllen.”

Alfred Eger, Geschäftsführer der Reinhold-Maier-Stiftung und Richard Drautz, FDP-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des baden-württembergischen Heuss-Freundeskreises, freuten sich, dass die Buchpräsentation im nach “großen Geburtswehen” neu eröffneten Brackenheimer Museum stattfinden konnte und versprachen” das Haus ihrerseits weiterhin mit Leben zu erfüllen. “Vom Neckar-Napoleon zum Bundespräsidenten” ist erhältlich im Theodor-Heuss-Museum Brackenheim.

Comments are closed.